Auf den Tag seit 30 Jahren reite ich um zu leben die schwarze Bestie Wort
In Bocksprüngen jagend trägt sie mich über Klippe und Abgrund Ich reite dem Anlass entsprechend gewandet in Schwarz als Verführer und Hure und Geist der stets bejaht was er verneint
In Schwärze gehüllt auf dem nachtschwarzen Rücken des Reittiers ist mir längst nicht mehr klar was noch Bestie ist was schon ich bin Der Furor gemeinsamer Jagd lässt die Grenze zerfließen
In den Fängen des Tieres wenn ich es reite wird der weiße Schwan Wahrheit gerissen zu Tode geschleift und zermalmt von den Pranken des gierig verschlingenden Biests
Doch beiläufig füttert die Bestie auch mich nach solch einem Ausritt Dann schmiegt sie den sechsfach gehörnten Schädel erst katzenhaft zart an meine Wange sperrt schließlich ihr Maul voller Fangzähne auf und würgt für mich einen Bissen empor
Ich lege den Kopf zwischen die klaffenden Kiefer des Biests und finde im Schlund ein Häppchen rosig und roh und gespickt noch mit blutigen Daunen