Es ist nun verboten, Raketen zu zünden, denn vielerlei hoffnungsvoll freundliche Sterne, sie wären ein Grauen für uns’re Gebieter, die täglich uns feindliche Dunkelheit lehren.
Es ist nun verboten, das Blei auszugießen. Kein Abbild der bleiernen Zeit soll uns Narren, die höchstens das Offensichtlichste glauben, vor unseren eigenen Augen erstarren.
Es ist nun verboten, auf Leitern zu steigen, weil oben die Aussicht uns derart verstören und um die Balance bringen würde, dass dieses Verbot uns wohlwollend vorm Absturz bewahrt.
Es ist nun verboten, uns Küsse zu stehlen, denn Speichel ist Saft aus den Quellen des Todes, von denen zu trinken wir zeitlebens eifrig mit äußerster Abscheu zu leugnen haben.
Es ist nun verboten, sie eng zu umfangen, die Liebste, den Liebsten, denn alles, was nah ist und körperlich, droht uns zusammenzuschließen zum Bund gegen sie, die uns Abstand befehlen.
Es ist nun verboten, die Netze zu knüpfen den Fischern, die mutig auf störrischen Booten vom Reichtum des Meeres das Ihre sich nahmen und nicht erst erbaten von uns’ren Gebietern.
Es ist nun verboten, auf Reisen zu gehen, denn Lebenslust jenseits geschlossener Grenzen könnte in Herzkammern eingeschleppt werden, und keinerlei Impfung geböte ihr Einhalt.
Es ist nun verboten, Verboten zu spotten, denn heilige Tafeln sind ihre Gesetze und höllisch die Strafen, die jedem der Spötter zuteil werden durch uns’re ernsten Gebieter.
In Summe all dessen ist’s nunmehr geboten, zur Bettzeit verbotene Wünsche zu wispern, um dann in der Stille einstweilen zu lauschen, wie all die geraunten Gedanken sich finden.