Unwellness (Schluss): Adieu, Corinna!

Der Ritt auf der vierten Welle des neuen deutschen Totalitarismus – aktuelle Skizzen aus einem kranken Land
Erinnerungswert: So sah die Basis einer halbwegs funktionierenden Gesellschaft aus
(Demonstration am 8.1. in Hamburg)

Heute heißt es Abschied nehmen. Diese Serie über den Einbruch des Totalitären in das, was wir früher arglos als freiheitlich-demokratisches Staatswesen gefeiert haben, geht zu Ende. Die Pandemie, deren vierte Welle wie alle vorigen als Einfallstor genutzt wurde, um nicht für möglich gehaltene Disruptionen im gesellschaftlichen Mit- bzw. jetzt Gegeneinander durchzupeitschen, plätschert in ganz Europa aus. Meine Prognose: In wenigen Wochen wird keiner mehr darüber sprechen. Leider aus den denkbar falschesten Gründen.

Denn natürlich wird kein Raubgut aus diesem Beutezug durch das Auenland der Meinungsfreiheit, der Eigenverantwortung, der geistigen und sogar körperlichen Selbstbestimmung mehr freiwillig zurückgegeben werden. Vermutlich würde auch das Impf-Pflichtabo – jetzt erst recht! – Realität werden, wiewohl der Erreger, gegen den es angeblich helfen sollte, sich dann weitgehend abgeregt haben und zu einer der nicht weiter bemerkenswerten jährlichen Erkältungswellen verkümmert sein dürfte. Zweifelhaft bloß, dass die jetztige Berliner Koalition noch lange genug im Amt sein wird, um diesen Triumph ihres Durchregierens zu feiern. Gut möglich, dass sie sich vorher selbst entleibt oder andere Umstände sie pulverisieren. Natürlich bedürfte die fortdauernde totalitäre Umformatierung dieses Landes und des gesamten Westens trotzdem weiterhin der Analyse und Kommentierung (bald mehr auf TWASBO). Warum dann ständig diese Konjunktive, fragen Sie? Und warum Schluss mit der „Unwellness“?

Nun, ganz einfach: Corona zieht zwar demnächst keinen Hering mehr vom Teller, weshalb der Titel nicht mehr passt. Aber der Fear Factor, den man in diesem Rahmen so erfolgreich etabliert hatte und mit dessen Hilfe mindestens das mental am meisten geschwächte Drittel der Bevölkerung einer Massenformierungs-Psychose erlegen ist, muss trotzdem dringend aufrechterhalten werden. Wie sonst sollten die Völker des Westens weiterhin nicht zur Kenntnis nehmen, was alles die globale Besitz-Elite ihnen raubt und aufzwingt, während diese Klasse mit scheinbar schicksalhaften Krisen unvorstellbare Macht- und Geldtransfers zu ihren Gunsten tarnt? Es war den Globalisten klar, dass der Tag kommen würde, da der Schreckensteufel C. seine Macht verliert. Aber zum Glück gibt es da nun etwas, das geeignet ist, gleich auch noch die übrigen zwei Drittel der Menschen in Angststarre zu halten und weiterhin jede alternativlose Lenkung der Demokratie zu rechtfertigen. Dagegen verblassen sogar Erschütterungen wie die nun ins Rollen gekommene Inflation mit dem zugehörigen Regime der massenhaften Armutsverwaltung. Auch das lang gehegte, zur Disziplinierung vorgesehene Narrativ „Klimarettung“ – selbst brüchig und unzuverlässig geworden – muss hinter diesen neuen Hochleistungs-Angstmacher zurücktreten.

Meine Damen und Herren, begrüßen Sie mit mir den baldigen und möglicherweise letzten Nachfolger des Corona-Komplexes: das Gespenst des nuklearen Weltkriegs! Eine ganze Weile war es im Keller eingesperrt, nun wurde es wieder ausgegraben. Wenn Sie Englisch verstehen, nehmen Sie sich einführend Zeit für diese knapp einstündige, derzeit noch fiktionale News-Sondersendung der BBC:

Der erst wenige Jahre alte, dramatische Zusammenschnitt realer Nachrichtenbilder zeigt zeitlich verdichtet, wie ein anfangs punktueller Schlagabtausch zwischen Russland und der NATO eskaliert und die Logik des Krieges diejenige der Diplomatie in Windeseile überrollt. Im Video beginnt es mit gegenseitigen Nadelstichen im Ostseeraum und Baltikum. Dennoch besteht auch hier eine der ersten Eskalationsstufen darin, dass russische Truppen unter anderem die Grenze zur Ukraine überschreiten, um den „Anspruch auf die Gebiete der ehemaligen Sowjetunion“ militärisch durchzusetzen. Unterdessen werden im Vereinigten Königreich, ebenso wie in der gesamten „westlichen Gemeinschaft“, sofort Notstands- und Kriegsfall-Gesetze aktiviert, der öffentliche Verkehr wird nahezu stillgelegt, die Telekommunikation gekappt, die Medien werden scharf zensiert. Der einfache Bürger ist ab sofort nur noch Spielball der Militärs und sonstigen Mächtigen, denen er vollkommen ausgeliefert ist. Mit erwartbarem Ergebnis.

Im Film, der ca. 2016 entstand, regiert laut Nachrichtensprecher auf der Seite der Guten noch Friedensnobelpreisträger Barack Obama. Bei den Bösen ist es der ewige Putin. Und die deutsche Verteidigungsministerin, die eiskalt grinsend und onduliert beim Betreten des Brüsseler NATO-Hauptquartiers gezeigt wird, heißt – Ursula von der Leyen. Wenn das alles Ihren Sinn für realitätsnahen Horror nicht schon genug gekitzelt hat, zeige ich Ihnen heute zum Abschluss noch eine Fotogalerie mit einem Update. Zunächst aber fragen Sie sich vielleicht: Halt, was sollte denn ein amtierender US-Präsident wie Joe Biden davon haben, bloß wegen der Ukraine mit dem atomaren Feuer zu spielen, wenn doch das Risiko groß ist, dabei auch das eigene Land in Schutt und Asche zu legen?

Nun ist Biden kaum noch in der Lage, einen geraden Satz zu sagen. Das tat an seiner Stelle erst vor wenigen Tagen sein Außenminister Antony J. Blinken: „Wir stehen fest an der Seite der Ukraine, wir unterstützten ihre Souveränität und territoriale Integrität. Wenn irgendwelche russischen Einheiten ihre Grenze überqueren, ist das eine erneute Invasion. Sie wird auf eine rasche, einschneidende und geeinte Erwiderung der Vereinigten Staaten und ihrer Verbündeten treffen.“ Die defense contractors – der militärisch-industrielle Komplex – werden es ihm gedankt, wenn nicht aufgeschrieben haben. Auch sie möchten jetzt ihr Stück vom „Great Reset“, nicht immer nur Big Tech und Big Pharma.

Vergegenwärtigen Sie sich bitte kurz, dass in dieser brenzligsten geopolitischen Situation seit Jahrzehnten unsere Außenministerin jetzt Annalena Baerbock (Grüne) und unsere „Verteidigungsministerin“ Christine Lambrecht (SPD) heißt. Baerbock ließ es sich dieser Tage anlässlich ihres Antrittsbesuchs bei Putin nicht nehmen, den russischen Präsidenten strafend in Grund und Boden zu starren. Ihre politische Patronage erhält sie als „Young Global Leader“ ebenso aus dem woke-neoliberalen Washington wie ihr Parteifreund Joschka Fischer, der als Politikberater seit vielen Jahren engste Beziehungen zur ehemaligen US-Außenministerin im Kabinett Clinton, Madeleine Albright, unterhält. Das ist jene Dame von den Demokraten, die in einem TV-Interview den Tod von gut einer halben Million irakischer Kinder durch das US-Wirtschaftsembargo als vertretbaren Preis bezeichnete. Lambrecht wiederum war mindestens einverstanden damit, dass vorgestern der Befehlshaber der Deutschen Marine, Vizeadmiral Kay-Achim Schönbach, seine Demission bei ihr einreichen musste. Er hatte in einem Interview dafür geworben, Putin wenigstens protokollarisch den ihm zustehenden Respekt zu erweisen sowie Russlands Anspruch auf die Krim anzuerkennen. Alles in allem darf weiterhin niemand aus der Formation der Rechtgläubigen ausscheren – jetzt dann halt mal wieder wegen „westlicher Werte“ statt wegen eines Virus.

Ach, Corinna! Vielleicht wird der letzte Treppenwitz der Geschichte aus deutscher Sicht darin bestehen, dass wir uns kurzzeitig noch nach dem Seuchen-Level politischer Idiotie und Korruption zurücksehnen.

Be afraid. Be very afaid.

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4 Kommentare

    1. Danke für Ihre freundlichen Worte und den Hinweis! Ich nehme an, mit dem Lapsus meinen Sie, dass es seit 1990 statt Bundesmarine „Deutsche Marine“ heißen muss? Mit Grammatik hätte das zwar nichts zu tun, aber ist nun korrigiert. Nebenbei: Was ist „Ecktown“? (Oh, okay, hab’s gegoogelt.)

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