Straitjacket Paradise (13): Almosen für alle

Unsere Welt ist klein geworden. So klein wie eine Gummizelle: gut gepolstert, ausbruchssicher, überfüllt. Ein Elektroschock am einen Ende pflanzt sich bis zu den Insassen am anderen Ende fort. Und wir stecken mittendrin – woran TWASBO in dieser Reihe erinnert.

Schöner Schein zur falschen Zeit: die Hyperdeflations-Banknote.

(Deflation ist, wenn die Kaufkraft des Geldes auf breiter Basis steigt, weil zum Beispiel die Herstellungskosten sinken und diese Ersparnis durch Preissenkungen an die Verbraucher weitergegeben wird. Hyperdeflation wäre, wenn die Kaufkraft ins Unermessliche stiege. Also das Gegenteil der Realität.)

Die EZB in Frankfurt hat derweil einen ultra-energischen Schritt gegen die galoppierende Inflation getan und den Leitzins auf satte 0,5 Prozent erhöht. Während die reale Inflationsrate derzeit bei mindestens zehn Prozent liegen dürfte, verlieren Ihre Ersparnisse auf dem Bankkonto dadurch nur noch 9,5 Prozent pro Jahr an Wert. Problem so gut wie gelöst!

Das abgebildete Schein-Geld mit der verblüffend echten Anmutung bis hin zu den Sicherheitsmerkmalen stammt übrigens aus der Hansestadt Wismar. Es ist noch gar nicht so lange her, als deutsche Städte wirklich ihr eigenes (Not-)Geld herausgaben. Und als Historiker sage ich Ihnen: Geschichte wiederholt sich immer.

Ausschnitt aus der Titelseite der New York Times (Online-Ausgabe) vom 21. Juli:

Wenn jetzt noch die Korrektur-Kommentare „I Was Wrong About Climate Change“, „I Was Wrong About the Coronavirus“ und „I Was Wrong About Black Lives Matter“ hinzukämen, wäre ich halbwegs versöhnt mit dem in ein Paralleluniversum abgedrifteten Leitmedium.

(Natürlich folgen auf die Überschriften in der Zeitung aber nicht wirklich Eingeständnisse von krassen Fehleinschätzungen. Die Kolumnisten kokettieren in ihren Beiträgen nur damit, dass alles eine noch viel schlimmere Verschwörung der Trump-Republikaner sei, als sie ohnehin schon geschrieben hatten.)

Ein deutscher Kanzler tritt vor sein deutsches Volk – und spricht Englisch zu ihm: Juhl näwwer woak ä lohn!
Die Unverfrorenheit dieses Auftritts hat Weltrekord-Niveau. „Ihr werdet niemals für Lohn arbeiten allein durchs Leben gehen“. Das darf man zunächst getrost als Drohung auffassen: Ihr werdet es niemals mehr können. Denn Papa Scholz wird euch Landeskinder bis in alle Ewigkeit mit von euch selbst steuerfinanzierten Almosen an der Kandarre halten, bei Wohnungsnot, Kälte und Hunger. Während er und sein Abrissbirnen-Kabinett erst dafür sorgen, dass diese Zustände überhaupt eintreten. Es ist seine rotgrüne Energie- und Klima“wende“. Es ist sein rotgrünes Russengas-Embargo, vom Ami eingeflüstert, für Putin wirkungslos, aber für Deutschland der Nagel zum Sarg. Es ist seine rotgrüngelbe Hyperinflationspolitik der Mega-Milliardenausgaben – für groteske Coronamaßnahmen und eine weltkriegsmäßig unproduktive Aufrüstung.

All das soll die gute Laune nicht trüben. Der Kanzler hat für uns einen lockeren englischen Spruch auf den Lippen. So bürgernah, so flockig, so streetsmart, wie es nur ein Cum-Ex-Virtuose im politischen Spätherbst seines Lebens von sich selbst glauben kann: Yo bitches, it’s me, your sexy sugardaddy!

Wahrscheinlich Absicht, dass unsere Rentner schon sprachlich überwiegend nicht verstehen sollen, was der Scholzomat ihnen und uns mit seinem Zitat aus der Fußballhymne des FC Liverpool in Wahrheit sagt: Lasst euch immer weiter von uns abzocken, ihr treudoofen Fans, und träumt dabei weiter die hohlen Plastikträume vom besten Club ever, die wir euch täglich von unseren Staatsmedien servieren lassen, solange noch das Lämpchen glüht. Also leider nicht mehr lange.

Bilder aus der Wirklichkeit. So sieht es aus, wenn es eng wird in Deutschland:

Derzeit ist dies lediglich eine Szene vom Bahnhof Timmendorfer Strand, wo Urlauber mit „Neuro-Ticket“ (kid37) und ohne Nervenkostüm die letzten Plätze an Bord aushandeln. Nun stellen Sie sich eine echte Krise der Versorgung mit Lebensnotwendigem vor, dann haben Sie ungefähr die sich abzeichnenden Zustände des Winters 22/23. Von Scholz wird dann aber jeder egalweg mit 40 DM auf die Tasche ausgestattet worden sein, wie damals zur Währungsreform. Oder mit vielen frischen Nuller-Scheinen aus Wismar. You’ll never walk alone. Erinnern Sie sich – und ihn – dann an diesen Satz.

Und angesichts der nächsten zwei Dutzend Pandemie-Wellen, die ja auch noch kommen, biete ich bereits jetzt eine zusammenfassende Zeitungs-Warnmeldung für den Zeitraum bis Juli 2025 an: „Lauterbach befürchtet Dauerwelle“.

Aus dem Lager der gutsituiert-bürgerlich Anständigen dringt im Gespräch aktuell eine brennende Sorge an mein Ohr: dass in der aufziehenden Gemengelage „die Extremisten“ erstarken könnten. Die Frage drängt sich auf: Womit eigentlich könnten diese schemenhaften Extremisten die bis hierher demonstrierten Zerstörungsleistungen der moderaten, erzdemokratischen Linksliberalen und Neosozialisten, von denen man nichts zu befürchten hatte, in Zukunft noch toppen?

TWASBO liebt Debatten. Zum Posten Ihrer Meinung und Ihrer Ergänzungen steht Ihnen das Kommentarfeld unter diesem Text offen. Ihr themenbezogener Beitrag wird freigeschaltet, ob pro oder contra, solange er nicht gegen Gesetze oder akzeptable Umgangsformen verstößt. So wird Ihr User-Kommentar zum Statement gegen das Klima der Angst, in dem fast die Hälfte der Deutschen keine ehrliche öffentliche Äußerung mehr wagt – und damit für die gefährdete Demokratie. Danke!

4 Kommentare

    1. Tja, dann muss ich das wohl umformulieren, danke für den Hinweis! „Zur Unzeit“ ja auch nur deshalb, weil man zukünftig eher einen Schein mit vorne einer Eins und hinten sehr vielen Nullen benötigt.

  1. Hände waschen noch und nöcher wegen Corona…jetzt- nicht duschen und wenn, dann besser kalt.Oder nur aller 2 Tage, daß ist solidarisch. Neuester Clou-wir waschen zu heiß (Welt de). Eventuell gibts bald EU genormte Maschinen, die nur noch 30 Grad Wäsche waschen-wegen Klima und so, weil wir waschen zu heiß .Und das ist klimaschädlich und unsolidarisch oder so. Vielleicht bekommt man noch irgendwo eine alte Zinkwanne und ein Waschbrett , oder die bauen zu Wärmehallen wieder Waschhäuser.Jeden Freitag dann Waschtag , wer weiß. Bäääck tu the roots

    1. Ich habe es richtig gemacht: Ich habe alles Corona-Händewaschwasser seit März 2020 gesammelt und kann es jetzt erneut als Trink- oder Duschwasser verwenden. Was vom Duschen übrigbleibt, geht in die Waschmaschine, von da ins Klo. Die Reihenfolge habe ich mir patentieren lassen!

Kommentar hinterlassen

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht.